Wir fordern die sofortige Schliessung und Sanie- rung der Jagdschiess- anlage Au in Embrach!

Aus dem Untersuchungsbericht:

  • 250’000 kg Blei und 600 kg Antimon/Arsen liegen in der Jagdschiessanlage (Seite 44)
  • Bis zu 30 cm dick liegen Wurfscheibenfragmente und Schrotbecher im Wald und Ried (Seite 68)
  • Fruchtfolgeflächen auf der Töss-Gegenseite sind mit Blei belastet (Seite 69)
  • Grundwasser ist massiv mit hochgiftigem Antimon und Blei belastet (Seite 69)
  • Trinkwasser des Kynologischen Vereins ist verunreinigt (Seite 71)

 

Sie können uns helfen, indem Sie unserem Verein beitreten oder uns finanziell als Gönnerin oder Gönner unterstützen. Bitte per E-Mail oder mit einem entsprechenden Hinweis auf dem Einzahlungsschein anmelden! Pro Töss-Auen, Oberdorf 7, 8421 Dättlikon, PC: 85-338895-7

 

Brief an den Regierungsrat

 

Sehr geehrte Damen und Herren

 

Am 4. Juli 2006 haben wir der Staatskanzlei eine Petition übergeben, die den Schutz vor Schiesslärm von der Jagdschiessanlage Au in Embrach forderte. Rund 300 Personen hatten das Begehren unterzeichnet. Sie baten den Regierungsrat, den Schiessbetrieb in der Jagdschiessanlage Au massiv einzuschränken und nur noch die jagdliche Ausbildung der im Kanton Zürich wohnhaften Jägerinnen und Jägern zuzulassen.

 

Am 13. Dezember 2006 erhielten wir von der Zürcher Regierung ein Schreiben, in welchem unser Anliegen zurückgewiesen und die grosse Bedeutung der Schiessanlage hervorgehoben wurde. Gleichzeitig versprach die Regierung aber auch, dass im Jahr 2007 ein Betriebsreglement erarbeitet würde, in welchem der Schiessbetrieb verbindlich geregelt würde. "Dies mit dem Ziel, die Emissionen des Schiessbetriebs zu verringern", wie es wörtlich im Schreiben steht. In der Folge erhielten die Unterzeichnenden dieses Briefes die Gelegenheit, mit Frau Regierungsrätin Gut, die damals dem zuständigen Departement vorstand, über den Schiessstand und dessen Auswirkungen zu sprechen. In der Zwischenzeit ist die Zuständigkeit für die Jagdschiessanlage an Herrn Regierungsrat Kägi übergegangen, aber wir gehen selbstverständlich davon aus, dass die Zusage von damals immer noch gilt. Um unserem Anliegen, den Schiessbetrieb einzuschränken, mehr Nachdruck zu verleihen, haben wir im Oktober 2008 den Verein Pro Töss Auen ins Leben gerufen. Bereits haben sich mehr als fünfzig Personen dem Verein angeschlossen und ihre Unterstützung zugesagt. Im Namen unseres neu gegründeten Vereins Pro Töss-Auen stellen wir der Zürcher Regierung die folgenden Fragen:

 

1. Ist das von der Regierung in Aussicht gestellte Betriebsreglement für die Jagdschiessanlage Au in Embrach bereits erarbeitet und in Kraft gesetzt worden? Falls ja, könnten Sie uns ein entsprechendes Reglement zukommen lassen?

 

2. Seit dem Jahr 2003 befindet sich der grösste Teil der Jagdschiessanlage in einer bundesrechtlich geschützten Aue, Objekt 344 (siehe beiliegende Kopie). Für diese Aue muss die Zürcher Regierung einen Schutzerlass ausarbeiten. Da seit der Schutzverfügung bereits mehr als fünf Jahre vergangen sind, müsste dieser Erlass vorliegen. Dürfen wir Sie, werte Regierung bitten, uns ein Exemplar des Schutzerlasses zuzuschicken?

 

3. Nach eingehendem Studium der Unterlagen des Bundes zum Aueninventar kommen wir zum Schluss, dass der Betrieb einer Schiessanlage in einem bundesrechtlich geschützten Auengebiet nicht gerechtfertigt werden kann. Kommt hinzu, dass die Schiessanlage nicht nur in einer geschützten Aue liegt, sie ist auch im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Immerhin musste die Anlage im November 2008 ihren Betrieb vorzeitig einstellen, doch die Zürcher Jagdgesellschaft geht davon aus, dass sie den Betrieb bereits im März 2009 wieder aufnehmen kann. Nun möchten wir die Regierung anfragen, wie die Pläne für die Sanierung, den weiteren Betrieb oder eine allfällige Schliessung der Anlage aussehen?

 

4. In der Vergangenheit wurden in dem an die Schiessanlage angrenzenden Auenwald jedes Jahr rund 20 Tonnen schadstoffhaltige Tontauben und mehrere Tonnen Bleischrot, sowie mehr als 300'000 Plastikhülsen deponiert. Da sowohl das schweizerische Waldgesetz, als auch die Schutzbestimmungen für Auen, jegliche Ablagerungen von Material in Wald- und Auengebieten untersagen, würde uns interessieren, weshalb die Zürcher Regierung diese Deponien bisher tolerierte und mit welcher Gesetzesbestimmung diese Ablagerungen gerechtfertigt werden.

 

5. Von den 282 Auengebieten von nationaler Bedeutung liegen nur deren sechs auf dem Gebiet des Kantons Zürich und nur gerade drei liegen vollständig auf Kantonsgebiet. Eines davon ist das Objekt 344. Was unternimmt die Regierung, damit dieses Auengebiet wirksam geschützt und aufgewertet wird? Wir bitten Sie höflich, unsere Fragen sorgfältig zu prüfen und zu beantworten und danken Ihnen für Ihre Bemühungen.

 

Mit freundlichen Grüssen
Verein Pro Töss-Auen

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Wurfscheiben-Spiel

Tontaubenschiessen schadet der Natur

Tontaubenschiessen mag eine olympische Disziplin sein, in erster Linie aber ist es eine Riesensauerei. Wer es nicht glaubt, besuche die Jagdschiessanlage in Embrach. Dort wird an 200 Tagen im Jahr auf Tontauben geschossen. Der Abfall dieser Wurfscheiben liegt 30 Zentimeter dick im Waldboden verstreut, und die Bleiablagerung wird bereits auf 250 Tonnen geschätzt. Was ist denn daran olympisch, bitte?

Hans Meili, Dättlikon